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Maßkleidung, Lifestyle, Outfitportale – Teil 3/3

Wir haben kein Geld für billige Sachen …

Im letzten Beitrag am 17. März ging es um Maßkonfektion und maßangepasste Konfektion: Was ist der Unterschied und was bietet welche Vorteile? Heute werfen wir noch einen Blick auf Second Hand und die Idee der Outfit-Portale …

Outfitportale – die Selbstverantwortung an der Shopschwelle ablegen

Wer bekennend shoppingfaul ist, liebt diesen Service! Günstige Preise und Rundum-Sorglos in liebevoller Verpackung mit Seidenpapier und handgeschriebener Karte im Paket … Und alles per „Du“ wie ein Stil-Tipp unter Freunden … Die Sehnsucht, Verantwortung abgeben zu wollen, ist zutiefst menschlich.

Wenn Sie Ihren Stil gefunden haben und „maßhaltig“ sind – Ihr Gewicht und damit Ihr Körperumfang also weitgehend konstant sind -, ist das sicherlich eine komfortable Lösung. Ein paar Haken und Ösen gibt es aber auch hier zu bedenken – denn wir bleiben für das Endergebnis unseres Looks selbst verantwortlich:

  • Aus welcher Quelle stammen die Waren und was passiert mit ihnen bei Retoure?
  • Was fragt der Fragebogen ab – meine Stil-Vergangenheit oder die Zukunft?
  • Welche Ausbildung hat meine persönliche Style-Beratung?
  • Welche Kriterien sind in einer Telefonberatung überhaupt möglich zu berücksichtigen?
  • Und wie wirke ich anschließend? Als Repräsentant:in der Mode oder aber wie eine Persönlichkeit mit Charisma?

Die Kehrseite des Systems wird ebenfalls klar: Wer bereits in der Auswahl von Textilien, die das Einzigartige einhüllen und sichtbar machen soll, träge ist, wird in der Rücksendung von Waren nicht mobiler sein. Darauf setzt dieses Geschäftsmodell: Ist die Ware einmal bei den Shoppingmuffeln im Haus, findet sie selten ihren Weg zurück …

Brauchten wir wirklich eine Pandemie, um die vielen ungetragenen und meist noch mit der Preisetikette versehenen Teile in den Tiefen unserer Garderobe zu entdecken und (hoffentlich) wieder in den Kreislauf zu geben?

Second-Hand – ein Qualitätsbegriff im Umlauf

Bei Textilien ist Zweitbesitz eine wunderbare Option – bei Schuhen nicht: Jeder Schuh wird individuell von einem Fuß eingetragen und kann einer anderen Person niemals den gleichen Auftritt ermöglichen. Etwas anderes ist es natürlich bei ungetragenen Fehlkäufen. Kleidungsstücke mit einem verlängerten Leben müssen außerdem gut verarbeitet sein – sonst schaffen sie es nicht bis dahin.

Es gibt inzwischen online wie offline gute Angebote, die aber denselben Auswahlkriterien unterliegen sollten wie Neues:

Passform, Stilsicherheit, typgerechte Auswahl, Verarbeitung, Preisleistung.

Einen stabilen Wiederverkaufswert erzielen zum Beispiel Uhren und Juwelen: Hier kommen die edelsten Eigenschaften des Markenkults zum Tragen – wenn nämlich eine über Jahrzehnte aufgebaute Marke den Erwerb als Geldanlage adelt. Gerade im Top-Segment geht es ja auch um Besitzerstolz, denn Exklusivität hat etwas Rares – sie ist der Ritterschlag für Zweite-Hand-Ware. Das funktioniert nicht nur bei Schmuck und Uhren, sondern kann auch für Textilien gehobener Spitzenmarken gelten wie beispielsweise den legendären Hermès-Tüchern, die als Kunstware und Sammlerobjekte gehandelt werden und jedes eine eigene Geschichte erzählt. Wir lieben Vintage!  

Foto: tuấn kiệt jr, lizenzfrei von Pexels

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