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Hochzeitskleid für eine Managerin

Taugt Kreativität für „Social“?

Manchmal sind es die kleinen Arbeiten, die große Emotionen wecken. Design ist eine Dienstleistung an dem Menschen, der es trägt! Sei es der Vorstand mit Aufsichtsrats-Ambitionen, der im Anzug immer Fahrrad fährt  – oder aber die Managerin, die mit 56 Jahren nicht mehr in Rüschen und Weiß … und schon gar nicht im Business-Kostüm heiraten möchte.

Leider sind solche wundervollen Projekte selten veröffentlichungs-fähig, einfach weil die Bilder vom zufriedenen Kunden in seinem privaten Flur genauso wenig an die Öffentlichkeit gehören wie die glücklichen Hochzeitsfotos meiner Kundin mit dem Mann ihres Herzens.

Deshalb liest Du auch manchmal so selten von mir: Es ist einfach eine Frage der Diskretion. Denn das Gespräch über Kleidung geht genauso an die Wäsche wie Heiraten eine zutiefst private Angelegenheit ist.

Und obwohl das Aussuchen von Stoffen für die Menge 1 kaum umsatzträchtig ist – auch für den Stoffanbieter nicht –, gehört es zu den glückbringen Aufgaben in meinem Leben.

  • Weil Du genau weißt, für wen Du es machst.
  • Weil Du ein Problem einfühlsam und auf Basis Deines Fachwissens und Deiner Kontakte lösen kannst.
  • Weil Du Teil im Leben dieses Menschen wirst.
  • Und weil Du ihn oder sie glücklich, selbstbewusst und erfolgreich machst.

Was haben wir aus diesen Stoffen im Bild gemacht?

Die schmale 7/8-Hose aus Kunst-Softleder im Rauchbraun passt wunderbar in den Kleiderschrank einer Managerin und lässt sich später mit anderen Teilen kombinieren, ideal auch für Geschäftsreisen & Co. … Selbstverständlich reflektieren die Nuancen ihren individuellen Farbtyp.

Das Chasuble darüber in einem sanften Rosenholz im Nehru-Stil ist aus zwei übereinander gelegten Stoffen im identischen Ton: Der untere, hautnahe Stoff  ist aus einer sympathisch-weichen Viskose mit wenig Stretch, so dass er den Körper umhüllt und jede Bewegung mitmacht. Die darübergelegte Spitze mit im Licht glitzernden Effekten (Spitze ist in sich beweglich, weil lose) gibt dem Outfit eine ätherische Anmutung wie nur Bräute sie haben dürfen, eine Lichtgestalt im Setting der Hochzeit.  

Denn es gebührt der Braut, die hellste Person im Raum zu sein – wie ein Licht.

Es sind Schnitt und die Kombination mit dem Kunstleder, die der ganzen Sache den Kitsch nimmt. Und da es sich um eine November-Hochzeit handelte, durfte natürlich auch ein Schal nicht fehlen, irisierend und aus einer teuren Seide, so dass er später auch wieder bei anderen Abendanlässen tragbar ist.

Meine Kundin wusste, worauf sie sich einließ: Ich darf sie schon länger begleiten und habe mit ihr eine Stil-Strategie für ihre Garderobe entwickelt, mit der sie sich in jeder Situation wohl – und ihren durchgehend männlichen Vorstandskollegen gewachsen fühlt. Da gilt es, Weiblichkeit und Stärke zu verbinden.

Denn Karriere- und Stilcoaching bedeutet, den Menschen zu begleiten – nicht nur eine Situation. Und so gehört auch Heiraten einfach dazu …

Foto: Katharina Starlay

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