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	<title>Verhandlungskunst - erfolgreich verhandeln</title>
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	<description>Nachhaltigkeit in der Mode - Stil - Benehmen - stilvoll Altern - erfolgreich Auftreten</description>
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		<title>Verhandlungskunst: Die Kleidung kommuniziert</title>
		<link>https://stilclub.de/die-kleidung-kommuniziert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Starlay]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Aug 2013 17:23:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Stilclub-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Corporate Branding]]></category>
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		<category><![CDATA[Anlasskleidung und Dresscodes im Job]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jede Gruppe von Menschen  hat ihre eigenen Regeln und ihre Normen. Die Kleidung ist einer der vielen Aspekte, welche in diesem  Zusammenhang, im Rahmen der Wertebildung und Kommunikation, von der Gruppe unbewusst bestimmt und geprägt wird. Es ist hilfreich die Werte und damit auch eines der wichtigsten Kommunikationsmittel, den  Kleidungsstil zu kennen. Es macht das Verhandeln  einfacher. Von Foad Forghani </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://stilclub.de/die-kleidung-kommuniziert/">Verhandlungskunst: Die Kleidung kommuniziert</a> erschien zuerst auf <a href="https://stilclub.de">Stilclub - Community für Kleidung, Knigge und Wertschätzung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading gastbeitrag">Gastautor Foad Forghani schreibt über Dresscodes und die Ausstrahlung im gut sitzenden Businessanzug </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Flughafen Paris-Charles de Gaulle, Terminal 1.  Das ist nicht  unbedingt der Ort an dem man an einem Montagmorgen um 7:30 Uhr sein  möchte – ehe bei einem gemütlichen Frühstück mit der Familie. Dort  befand ich mich an einem Montagmorgen im Rahmen von innereuropäischen  Verhandlungen, die ich begleitete. Als Verhandlungsberater müssen Sie  eben dort sein, wo die Entscheidungsträger sind. Oder auf dem Weg  dorthin! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der dritten Durchsage bei der verkündet wurde, dass der  „Checkin“ sich um weitere dreißig Minuten verzögert, machte ich mir  einen Spaß daraus, die herbeieilenden Passagiere zu beobachten und dabei  von ihrer Kleidung auf deren Nationalität zu schließen. Da die Verhandlungen, die ich begleitete im Kern zwischen Deutschen und  Engländern waren, versuchte ich eben Personen aus diesen Kulturkreisen  ausfindig zu machen. Ich achtete auf die Kleidung der Personen, auf die  Farbkombination, die Schuhe, Krawatte und all die anderen Details. Und  siehe da, meine Rechnung ging auf. Ich konnte tatsächlich von der  Kleidung der Personen auf ihrer Nationalität schließen und lag dabei  fast immer richtig.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft"><img decoding="async" width="120" height="180" src="http://stilclub.de/wp-content/uploads/2019/08/Foad-Forghani-IMG_0461-Web.jpg" alt="" class="wp-image-2513"/></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Foad Forgani<em> international tätiger Ghost  Negotiator, Verhandlungsberater, berichtet über seine Beobachtungen in verschiedenen Ländern und die Verbindung zwischen Kleidungsstil und  Verhandlungsführung!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die englischen Geschäftsleute trugen eher figurbetonte Kleidung.  Spielerisch und vielfältig die Farbkombination der Kleidungsstücke. Die  Schuhe: Stilistisch und elegant. Die Deutschen waren bei der Farbauswahl  und Kombination ihrer Kleidung zurückhaltender. Eher eine oder zwei  Farbnuancen. Weniger Farbkombinationen. Die Kleidung erlaubte  Bewegungsfreiheit, zugleich von einer gewissen Robustheit geprägt. Auch  die Schuhe waren kräftiger.  Insgesamt konnte man den Kleidungsstil der  Engländer als elegant oder vornehm und den der Deutschen als sachlich  und zweckdienlich bezeichnen. Nicht, dass es keine eleganten deutschen  Manager/innen oder keine zweckmäßig angezogenen Engländer/innen gab. Die  gab es. Aber man konnte eine Tendenz erkennen. Eine Tendenz, die ich  sehr interessant fand. Denn die Attribute »elegant« oder »vornehm«  einerseits und sachlich oder zweckdienlich andererseits kann man auch  ohne weiteres mit den Hotelzimmern in England oder Deutschland  assoziieren! Eine Erkenntnis, die aus meiner Sicht Sinn macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://stilclub.de/der-stilcoach-fuer-maenner/">Zum Buch &#8222;Der Stilcoach für Männer&#8220;</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen aus dem gleichen Kulturkreis werden geprägt von 
gleichen kulturellen Werten. Vor allem wird ihr 
Entscheidungsfindungs-Mechanismus von gleichen Werten beeinflusst. Ob es
 nun darum geht eine Krawatte auszuwählen, einen Vorhang für das 
(Hotel-) Zimmer oder die passenden Schuhe zu kaufen. Die Triebkräfte 
sind dieselben. Eine Tatsache, die ebenso aus der Verhandlungssicht von 
Interesse ist. Denn, wenn wir verhandeln, so tun wir das aus einem 
einzigen Grund. Nämlich, um die Entscheidungsfindung auf der anderen 
Seite zu beeinflussen und zu lenken. Da ist es sehr wichtig zu wissen, 
welche Faktoren u. a. die Entscheidungsfindung des anderen beeinflussen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Erfahrung der anderen Art machte ich einmal bei einer 
Geschäftreise in den USA. Um das Angenehme mit dem Nützlichen zu 
verbinden war ich einige Tage zuvor angereist. Bei den vielen 
Spaziergängen in den großen Shopping-Mals blieb es nicht aus dort auch 
zwei Anzüge und einige Hemden zu kaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der Geschäftstermin anstand, entschied ich mich dafür einen  der vorort gekauften Anzüge zu tragen. Dabei stellte ich fest, dass der  Anzug Unterschiede aufwies, die mir bei der Probe im Geschäft auf  Anhieb nicht aufgefallen waren. Die Hose war etwas weiter geschnitten als der europäische Schnitt und das Sakko hatte keinen Rückenschlitz, was dazu führt, dass man sich darin um die Taille etwas eingeengt  vorkam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich dann später startbereit mit dem Anzug vor dem 
Hoteleingang stand und von dem Mandanten abgeholt wurde, hatte ich in 
dem neuen Anzug ein Gefühl, das ich zwar nicht deuten, aber klar 
beschreiben konnte: Ich fühlte mich wie Cowboy! Etwa eine Stunde später 
trafen wir den amerikanischen Verhandlungspartner, der meinen Mandanten 
zwar freundlich aber distanziert begrüßte. Als er mich sah, bewegte sich
 sein linker Mundwinkel um etwa halbe Zentimeter nach oben. Leichte 
Falten waren durch den Druck der Gesichtsmuskeln nach oben um die linke 
Augenpartie zu beobachten. Eine Mimik, die ihm nicht bewusst war. 
‚Innere Freude’, deutete ich sofort. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist sehr schwierig Mimik und Gestik der Menschen im 
Verhandlungskontext zu deuten. In der Regel muss man den Fluss der 
Abläufe betrachten, um überhaupt etwas sagen können. Mir kam es bei dem 
amerikanischen Verhandlungspartner vor als würde er sich über etwas 
Vertrautes freuen. Natürlich ist und bleibt meine Deutung der Nuancen 
der Mimik eben eine Deutung. Aber das spätere Verhalten des Amerikaners 
und sein leichter (emotionaler) Rückzug, als er erfuhr, dass ich nicht 
in den Staaten lebe, ließ mich annehmen, dass der „vertraute“ Anzug, bei
 der Vertrauensbildung am Anfang des Treffens eine Rolle gespielt haben 
muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dies ist durchaus nachvollziehbar, wenn man berücksichtigt,
 dass das Gehirn des Menschen nicht logisch, sondern assoziativ 
funktioniert! Durch das Bilden von Verbindungen, Assoziationen, gelingt 
es dem Gehirn neues Wissen abzuspeichern. Und wenn wir nachdenken, so 
geht ein Impuls in unserem Gehirn nicht den „logischen“ Weg, sondern sie
 folgt dem Weg der entstandenen Verbindung: Assoziationen. Damit wird 
der Träger eines Objektes, das uns vertraut ist, zu einem uns vertrauten
 Wesen – da der Träger mit dem Objekt in Verbindung steht. Und sei das 
Objekt auch nur ein Anzug!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird oft davon berichtet, dass ein Großteil der 
Kommunikation nonverbal stattfindet. Wenn es aber um das Umsetzen und 
Interpretieren geht, vergisst man allzu schnell diese Tatsache. Die 
Kleidung kommuniziert! Ob wir dies wollen oder nicht. Und je nach Kultur
 und kulturellen Werten werden verschiedene Botschaften vermittelt – mit
 verschiedenen Kleidungstypen. Dieser Unterschied gilt nicht nur für 
Länder und deren Kulturen, sondern auch für Subkulturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Freund fragte einmal, ob ich mich bei Verhandlungen mit 
gewissen Ministerien und Behörden  anders anziehen würde. Ich bejahte 
seine Frage mit dem Hinweis, dass Strukturen welche auf interne 
Machtpositionierung beruhen Mitglieder oder „Fremdkörper“, die auffallen
 als Bedrohung empfinden. Da wäre es besser etwas unauffälliger, 
angepasster aufzutreten. Er verstand dies.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich habe ich durch meine Arbeit auch Länder und Kulturen 
kennen lernen dürfen, die ich als „Monokulturen“ bezeichnen würde. Ein 
Land wie Dubai in dem es mehr ausländische als einheimische Einwohner 
gibt, ist offen für das, was international „üblich“ ist. Es hat sich 
dort eine Art Monokultur gebildet und dies betrifft auch den 
Kleidungsstill. Es gibt fast kein Geschäft dort, das Sie mit einem 
„normalen“ Anzug und Krawatte nicht abschließen können. Wobei Sie als 
Managerin dort dann doch auf die eine oder andere Nuance achten müssen –
 da ist noch Raum für Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein ähnliches Erlebnis hatte ich bei einer Verhandlungsrunde in
 Malaysia mit einer Vertriebsmannschaft, die international sehr erfahren
 war – das betraf auch deren  Kleidungsstil. Anders waren aber doch 
Mitarbeiter desselben Unternehmens, welche keinen internationalen 
Kontakt hatten. Sie waren anders im Verhalten und anders bei ihrer 
Kleidungsauswahl. Auch ein klares Zeichen für Sub- und Monokulturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuletzt möchte ich ein interessantes Geschäftstreffen in  Italien erwähnen bei dem selbst ich meinen Geschäftspartner verdutzt  anschauen musste. Mein Partner wies mich nämlich daraufhin hin, dass  meine Manschettenknöpfe nicht teuer genug seien und dies auffiele! Ich  kenne nicht viele Personen, die zwischen einem 100 Euro oder 800 Euro  Manschettenknopf unterscheiden können! In diesem Fall war es aber so.  Sein Hinweis hatte allerdings nichts mit den Erwartungen italienischer Geschäftsleute an sich zu tun, ehe mit den Erwartungen der Geschäftsleute  in der Branche mit der wir verhandelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus meiner Sicht hat jede auch kleinste Gruppe von Menschen 
ihre eigenen Regeln und ihre Normen. Sie hat ihre ganz eigenen Werte. 
Die Kleidung ist einer der vielen Aspekte, welche in diesem 
Zusammenhang, im Rahmen der Wertebildung und Kommunikation, von der 
Gruppe unbewusst bestimmt und geprägt wird. Sicherlich ist es hilfreich 
die Werte und damit auch eines der wichtigsten Kommunikationsmittel, den
 Kleidungsstil, in jedem Falle zu kennen. Es macht das Verhandeln 
einfacher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gutes Verhandeln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Foad Forghani</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="fotocredit wp-block-paragraph">Foto: Foad Forghani</p>
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